Wo Ihre Daten liegen, wenn die KI antwortet
Die Frage nach dem Speicherort hat vier Antworten, weil jede Anfrage vier Stationen durchläuft. Welche davon in der Schweiz bleiben muss und welche nicht.
«Bleiben die Daten in der Schweiz?» ist die häufigste Frage im ersten Gespräch. Sie hat nicht eine Antwort, sondern vier, weil eine einzige Anfrage vier verschiedene Stationen durchläuft und an jeder etwas anderes liegen bleibt.
| Station | Was dort liegt | Gehört in die Schweiz |
|---|---|---|
| Dokumente | Reglemente, Protokolle, Akten | ja, meistens ohnehin |
| Suchindex | eine vollständige Kopie in anderer Form | ja, wird am häufigsten übersehen |
| Anfrage | die Frage und drei bis fünf Textstellen | je nach Datenklasse |
| Protokoll | wer, wann, welches Modell, welche Quelle | ja |
Station eins: die Dokumente selbst
Reglemente, Protokolle, Handbücher und Personalakten liegen dort, wo sie schon lagen, in der Regel bei Ihnen oder in einem Rechenzentrum in der Schweiz. Daran ändert eine KI nichts. Wer hier bereits eine saubere Antwort hat, hat den grössten Teil der Frage geklärt.
Station zwei: der Suchindex
Damit eine Antwort aus Ihren Unterlagen kommen kann, werden die Dokumente in Abschnitte zerlegt und durchsuchbar gemacht. Dieser Index ist eine vollständige Kopie Ihrer Inhalte in anderer Form. Er ist der Teil, den viele übersehen, und genau der Teil, der bei manchen Anbietern stillschweigend ins Ausland wandert. Bei uns liegt er dort, wo die Dokumente liegen.
Station drei: die eigentliche Anfrage
Erst hier kommt ein Sprachmodell ins Spiel. Es bekommt die Frage der Mitarbeiterin und die drei bis fünf Textstellen, die die Suche gefunden hat. Es bekommt nicht Ihren Datenbestand, sondern einen Ausschnitt. Für diesen Ausschnitt gilt die Modellwahl: Geht es um Persönliches oder um Schweizer Besonderheiten, läuft die Anfrage auf einem Modell, das in der Schweiz betrieben wird. Braucht die Aufgabe die Leistung eines der grossen internationalen Modelle, entfernen wir vorher Namen und andere Personendaten.
Station vier: das Protokoll
Jede Anfrage hinterlässt einen Eintrag: wer gefragt hat, welches Modell geantwortet hat, welche Dokumente herangezogen wurden, was es gekostet hat. Dieses Protokoll ist für den Nachweis da und gehört deshalb ebenso in die Schweiz wie die Dokumente. Es ist zugleich die Stelle, an der ein Betrieb später merkt, ob eine Anwendung wirklich benutzt wird.
Drei Fragen, die den Unterschied zeigen
Wenn Sie ein Angebot prüfen, reichen drei Fragen, um die Marketingschicht abzutragen:
- Wo liegt der Suchindex, nicht das Ablagesystem?
- Was genau verlässt bei einer Anfrage das Haus, und in welcher Form?
- Wie lange bleibt die Anfrage beim Modellanbieter gespeichert, und wer kann sie dort lesen?
Wer auf alle drei eine belegbare Antwort bekommt, hat es mit jemandem zu tun, der seine eigene Anwendung versteht.
Fazit: Eine Ortsangabe ist keine Antwort
«Daten in der Schweiz» ist erst dann eine Aussage, wenn dazugesagt wird, welche Daten gemeint sind. Dokumente, Index, Anfrage und Protokoll sind vier verschiedene Dinge, und ein Anbieter, der sie nicht auseinanderhalten kann, hat die Frage nicht beantwortet, sondern nur beruhigt.