Der Luzerner Stadtrat empfiehlt dem Grossen Stadtrat, ein Postulat von SP und GLP anzunehmen: eine einheitliche, datenschutzkonforme KI-Lösung für die Stadtluzerner Schulen. Vorgesehen sind der Zugang zu einer Bildungsplattform, ein städtisches KI-Konzept und systematische Weiterbildung. Als Entwicklungsbüro in derselben Stadt sagen wir dazu etwas, und zwar deutlich.
Der Befund stimmt, und er gilt überall
Die Standortbestimmung hat gezeigt, was wir in jedem Haus sehen: KI wird längst benutzt, die Kompetenzen gehen weit auseinander, und die kantonalen Vorgaben sind zu wenig bekannt. Dass die Stadt das ordnet statt es laufen zu lassen, ist richtig. Weiterbildung ist der wirksamste Teil davon.
Wo wir widersprechen
Ein einheitlicher Werkzeugzugang ist nicht dasselbe wie eine Lösung für Schulen. Er beantwortet die Frage, womit Lehrpersonen arbeiten. Er beantwortet nicht, was mit den Daten der Schule geschieht und wie das Ergebnis in den Unterricht zurückfliesst.
| Ein Werkzeugzugang löst | Ein System im Unterricht muss lösen |
|---|---|
| Lehrpersonen haben geprüfte Werkzeuge | wo die Daten der Lernenden liegen und wer sie sieht |
| Eine Rechnung statt vieler Einzelkonten | was von jeder Auskunft als Nachweis bleibt |
| Eine gemeinsame Weiterbildung | wie Lehrplan, Aufgabe und Bewertung zusammenhängen |
| Schluss mit privaten Konten | was beim Anbieterwechsel aus den Inhalten wird |
Fünf Fragen vor der Wahl der Plattform
- Wo liegen Personendaten von Kindern, und wo liegt der Suchindex darüber? Nicht der Firmensitz zählt, sondern der Betriebsort und das anwendbare Recht.
- Wer sieht was? Erbt das System die Rechte der Schule, oder entscheidet die Lehrperson im Eingabefeld, was mitgeht?
- Was bleibt als Nachweis? Kann die Schule einer Datenschutzbeauftragten Fall für Fall zeigen, welchen Weg eine Anfrage genommen hat?
- Wie greift es in Lehrplan und Beurteilung? Oder bleibt es ein Werkzeug neben dem Unterricht, aus dem jemand die Ergebnisse abtippt?
- Was passiert beim Wechsel? Welche Inhalte gehören der Stadt, in welchem Format bekommt sie sie zurück?
Diese fünf Fragen kosten nichts und entscheiden mehr über die nächsten zehn Jahre als die Lizenzkosten eines Jahres.
Was wir beitragen können
Wir bauen in Luzern ein System, das genau diese Fragen beantwortet: Personendaten von Lernenden bleiben in der Schweiz, alles Persönliche läuft über ein Schweizer Sprachmodell, jede Anfrage nimmt eine protokollierte Bahn, und Lehrplan, Aufgabe, Prüfung und Bewertung hängen zusammen statt nebeneinander zu liegen. Es ist im Einsatz, nicht in Vorbereitung.
Wir bewerben uns hiermit nicht um ein Mandat, wir bieten ein Gespräch an. Wenn die Stadt ein Konzept erarbeitet, sollten die Leute mit am Tisch sitzen, die solche Systeme bauen und betreiben, und zwar die hiesigen.
Fazit: Zuerst die Fragen, dann die Plattform
Ein Konzept, das mit der Wahl eines Werkzeugs beginnt, schreibt die Anforderungen hinterher auf. Ein Konzept, das mit diesen fünf Fragen beginnt, kann danach jede Plattform prüfen, auch unsere.