Die meisten KI-Anwendungen bestehen aus einer grossen Anfrage: alles hinein, Ergebnis heraus. Das funktioniert für einen Entwurf und scheitert an jedem Ablauf, der mehrere Zuständigkeiten berührt.
Was eine Kette anders macht
Der Auftrag wird in Schritte zerlegt, jeder Schritt hat eine einzige Aufgabe und ein überprüfbares Ergebnis. Ein Schritt sucht die einschlägigen Stellen, einer prüft die Zuständigkeit, einer formuliert, einer kontrolliert gegen die Quelle, einer trägt ein. Zwischen den Schritten steht Material, das eine Person lesen kann, nicht ein Gedankengang, den niemand nachvollzieht.
Die Tore
An festgelegten Stellen hält die Kette an und wartet auf eine Freigabe. Nicht überall, sonst klickt nach zwei Wochen niemand mehr bewusst. Bei uns stehen Tore vor jeder Aussenwirkung und vor jeder Eintragung, die schwer rückgängig zu machen ist. Die Person am Tor bekommt die Prüffrage im Ablauf gestellt, dazu die Hinweise der Prüfungen und die Quelle, nicht nur einen Knopf.
Warum das am Ende kein Text ist
Der häufigste Konstruktionsfehler in dieser Branche: Das Ergebnis ist ein schöner Text, den danach jemand von Hand in ein Fachsystem überträgt. Damit ist die Arbeit nicht weg, sie ist verschoben. Eine Kette endet deshalb mit einem Eintrag: ein Dossier ist ergänzt, eine Antwort ist erfasst, ein Termin steht, eine Note ist gesetzt, mit Protokoll.
Eine Automatisierung, die am Ende eine Zwischenablage braucht, ist keine. Sie ist eine Schreibhilfe mit zusätzlichem Umweg.
Was das für den Aufbau bedeutet
- Jeder Schritt hat eine eigene Modellwahl. Klassieren läuft auf einem kleinen Modell, Formulieren auf einem grossen, Beurteilen auf einem anderen.
- Ein Wächter läuft neben der Kette. Er prüft, entscheidet aber nicht.
- Jeder Schritt protokolliert. Später lässt sich sagen, an welcher Stelle etwas schiefging, und nicht nur, dass es schiefging.
- Ein Schritt darf ausfallen. Die Kette bleibt stehen und meldet sich, statt mit einem halben Ergebnis weiterzulaufen.
Fazit: Die Kette ist der Unterschied zwischen Vorführung und Betrieb
Eine grosse Anfrage lässt sich in einer Stunde bauen und in einer Sitzung zeigen. Eine Kette mit Toren und Protokoll braucht Wochen und läuft danach jahrelang, weil jeder Schritt einzeln geprüft, ersetzt und verstanden werden kann.