Die KI kennt den Lernenden, nicht nur die Frage

Ein allgemeiner Assistent beantwortet eine Frage. Eine Lernbegleitung weiss, wo jemand steht, was geübt wurde und wann die Frist läuft. Was das verlangt.

Der Unterschied zwischen einem Chatbot neben dem Unterricht und einer Begleitung im Unterricht ist nicht die Sprachqualität. Es ist die Frage, ob das System weiss, mit wem es spricht.

Was Kontext hier bedeutet

Eine Lernbegleitung in unserem System sieht denselben Stand wie die Lernende selbst: wo sie im Lernpfad steht, was gelesen, geübt und geprüft wurde, wo es beim letzten Mal gehakt hat, welche Frist läuft. Daraus wird aus «erklär mir das nochmals» eine Erklärung, die an den letzten Fehler anschliesst, statt bei null zu beginnen.

1Stand, den Lernende und Begleitung sehen
0Angaben, die die Begleitung mehr sieht als die Person selbst

Die Regel, die dahinter steht

Alles, was eine Lernende über sich sieht, sieht auch die Begleitung. Und nichts darüber hinaus.

Diese Regel ist der Grund, warum das Ganze überhaupt zumutbar ist. Sie schliesst aus, dass ein System im Hintergrund ein Profil führt, das der betroffenen Person nicht zugänglich ist, und sie macht die Frage «was weiss das über mich» beantwortbar: genau das, was auf dem eigenen Bildschirm steht.

Was dabei nicht mitgeht

  • Der Gesprächsverlauf gehört der lernenden Person. Er ist kein Material für die Beurteilung und liegt nicht auf dem Tisch der Klassenlehrerin.
  • Korrekturen wirken rückwirkend. Wird eine Note geändert, verschwindet der alte Stand auch aus dem Kontext der Begleitung.
  • Persönliches verlässt das Land nicht. Stand, Notizen und Gespräch laufen über ein Schweizer Modell.

Warum das mehr Arbeit ist als ein Chatbot

Weil der Kontext aus dem System kommen muss und nicht aus dem Eingabefeld. Jemand muss festlegen, welche Angaben in welcher Situation dazugehören, wie sie sich ändern und wann sie verfallen. Ein Chatbot, der nichts weiss, ist in einer Woche fertig. Eine Begleitung, die den Stand kennt, ist ein Stück Architektur.

Fazit: Nützlich wird es erst mit Kontext, zumutbar erst mit Grenzen

Ohne Kontext bleibt eine Lernbegleitung eine allgemeine Auskunft, die man ebenso gut im offenen Netz bekommt. Ohne klare Grenzen wird sie zu einer Überwachung, die niemand gewollt hat. Beides zusammen ergibt etwas, das Lernende freiwillig benutzen, und das ist der einzige Massstab, der zählt.