Personendaten entfernen, bevor die Anfrage das Land verlässt

Namen herauszufiltern ist einfach. Eine Person unkenntlich zu machen ist es nicht. Was Anonymisierung vor dem Modellaufruf leistet und wo ihre Grenze liegt.

Bevor eine Anfrage an ein Modell im Ausland geht, entfernen wir Namen, Adressen und Nummern. Das ist richtig und nützlich, und es ist trotzdem nur die halbe Antwort. Denn eine Person ist mehr als ihr Name.

Der einfache Teil: Namen und Nummern

Strukturierte Angaben sind der einfache Teil. Namen aus dem eigenen Verzeichnis, Versicherungsnummern, Geburtsdaten, Telefonnummern, Adressen, Fallnummern: Diese Muster kennt das System, weil sie aus den eigenen Datenbeständen stammen und nicht geraten werden müssen. Sie werden vor dem Versand durch Platzhalter ersetzt und nach der Antwort wieder eingesetzt, sodass die Nutzerin einen vollständigen Text sieht, das Modell aber nie einen hatte.

Wo es schwierig wird

Der schwierige Teil ist der Zusammenhang. «Die Lernende, die im Herbst aus dem Wallis zugezogen ist und im zweiten Lehrjahr die Prüfung wiederholt hat» enthält keinen einzigen Namen und beschreibt in einer Klasse von zwölf Personen trotzdem genau eine. In kleinen Organisationen, in Landgemeinden und in Fachstellen mit wenigen Fällen ist dieser Effekt die Regel und nicht die Ausnahme.

Daraus folgt für uns eine einfache Regel: Anonymisierung ist eine Schutzmassnahme, keine Freigabe. Sie senkt das Risiko, sie beseitigt es nicht.

Die Konsequenz für das Routing

Deshalb hängt an jeder Aufgabe nicht nur ein Modell, sondern auch eine Datenklasse. Drei Stufen reichen in den meisten Häusern:

DatenklasseBeispielWelcher Weg offensteht
Ohne PersonenbezugReglement, Merkblatt, Fachfragejedes eingestellte Modell, auch im Ausland
Personenbezogen, wenig heikeleine Terminanfrage mit Namennur anonymisiert, nur zu Anbietern ohne Weiterverwendung
Besonders schützenswertGesundheit, Betreibungen, Disziplinarisches, Beurteilungenbleibt im Land oder geht gar nicht an ein Modell

Die dritte Stufe ist der Grund, warum ein Schweizer Modell in unseren Anwendungen keine Nebenrolle spielt. Es ist nicht der Ersatz für die grossen Modelle, es ist der einzige zulässige Weg für einen Teil der Fälle.

Die Probe an der Vorführung

Lassen Sie sich nicht die Antwort zeigen, sondern die Anfrage. Ein Anbieter, der ernst meint, was er über Anonymisierung sagt, kann Ihnen am Bildschirm den Text vorlegen, der tatsächlich übermittelt wurde, inklusive der Platzhalter. Kann er das nicht, gibt es die Funktion entweder nicht, oder niemand weiss, was sie tut.

Fazit: Erst klassieren, dann anonymisieren

Anonymisierung ohne Datenklassen ist ein Filter ohne Zweck. Erst die Frage, welche Art von Daten in dieser Aufgabe überhaupt vorkommt, macht aus einer Suchen-und-Ersetzen-Funktion eine Schutzmassnahme, die vor einer Aufsichtsbehörde Bestand hat.