Föderal gedacht: 26 Kantone, ein System

Bildungshoheit liegt bei den Kantonen. Was das für den Bau eines Systems heisst, das trotzdem überall laufen soll, ohne alles zu vereinheitlichen.

Wer in der Schweiz Software für Bildung oder Verwaltung baut, stösst nach spätestens zwei Wochen auf denselben Satz: «Bei uns ist das anders geregelt.» Das ist keine Schwierigkeit, die man wegkonstruiert, sondern die Ausgangslage.

Was föderal im Bau wirklich bedeutet

Die Bildungshoheit liegt bei den Kantonen, die Berufsbildung teilt sich zwischen Bund, Kantonen und Organisationen der Arbeitswelt, und jede Institution hat darüber hinaus eigene Reglemente. Ein System, das das abbilden soll, hat zwei schlechte Möglichkeiten und eine gute:

AnsatzErgebnis
Alles vereinheitlichenfunktioniert in einem Kanton und wird in den anderen abgelehnt
Für jeden eine eigene Fassung26 Systeme, die sich auseinanderentwickeln, und niemand pflegt sie
Gemeinsamer Kern, eigene Struktur je Hausein System, in dem jedes Haus seine eigenen Ebenen und Benennungen führt

Der Kern, der gleich bleibt

Gleich bleiben die Dinge, die niemand kantonal anders haben will: dass eine Person einmal erfasst wird, dass Rechte durchgesetzt werden, dass jede Änderung protokolliert ist, dass Auswertungen auf denselben Daten rechnen. Das ist der Teil, der Aufwand spart.

Was jedes Haus selbst bestimmt

Die Struktur. Wie viele Ebenen ein Lehrplan hat, wie sie heissen, welche Kompetenzen daran hängen, welche Prüfungsformen zählen, welche Fristen gelten, wer freigibt. Wir liefern keine Vorlage, in die alles hineingezwängt wird, sondern die Möglichkeit, die eigene Ordnung abzubilden. Genau deshalb heisst das Werkzeug dafür Curriculum-Designer und nicht Lehrplan-Vorlage.

Föderalismus ist im Bau keine Ausnahmebehandlung, sondern eine Anforderung an die Struktur: Was verschieden sein darf, muss einstellbar sein, und nicht wegverhandelt.

Und die Daten

Auch die Datenhaltung ist föderal zu denken. Ein Kanton, eine Schule, ein Betrieb: Jede Stelle sieht ihre eigenen Unterlagen und die ihr freigegebenen, sonst nichts. Eine Auswertung über mehrere Häuser rechnet mit Zahlen, nicht mit Namen. Und was eine Institution einbringt, bleibt ihres, auch wenn es technisch im selben System liegt.

Fazit: Der gemeinsame Teil ist die Technik, nicht die Ordnung

Wer ein föderales Land mit einer einheitlichen Struktur beglücken will, scheitert freundlich und langsam. Wer den gemeinsamen Teil auf Technik, Rechte und Nachweis beschränkt und die Ordnung den Häusern lässt, bekommt ein System, das in 26 Kantonen laufen kann, ohne dass einer von ihnen etwas aufgeben muss.