Kleine Modelle, grosse Wirkung

Nicht jede Aufgabe braucht das grösste Modell. Woran Sie erkennen, welche Schritte ein kleines Modell übernehmen kann, und was das im Betrieb ausmacht.

Zur neuen Fassung des Schweizer Modells ist eine ganze Reihe kompakter Varianten erschienen, geschrumpft und destilliert, für Umgebungen mit wenig Rechenleistung. Das klingt nach einem Randthema und ist in Wahrheit der praktisch wichtigste Teil.

Bestenlisten messen den falschen Alltag

Bestenlisten messen schwierige Aufgaben. Der Alltag einer Verwaltungsanwendung besteht aber überwiegend aus einfachen: Ein Dokument einer Kategorie zuordnen. Aus einem Formular fünf Felder herausziehen. Erkennen, ob eine Anfrage überhaupt in den Zuständigkeitsbereich fällt. Eine Frage so umformulieren, dass die Suche sie versteht. Für all das genügt ein kleines Modell, und zwar nicht knapp, sondern deutlich.

Der Prüfstein: Hat die Aufgabe eine richtige Antwort?

Unsere Faustregel ist einfach. Wo es eine nachprüfbare richtige Antwort gibt, also eine Kategorie, ein Feld, ein Ja oder Nein, reicht fast immer ein kleines Modell. Wo Urteilsvermögen, Formulierung oder Abwägung gefragt ist, braucht es ein grosses. Diese Grenze verläuft nicht zwischen Fachgebieten, sondern quer durch jede Anwendung.

Vier Gewinne beim Wechsel nach unten

  • Kosten. Zwischen dem grössten und einem passenden kleinen Modell liegt bei diesen Aufgaben eine Grössenordnung, nicht ein paar Prozent.
  • Tempo. Eine Klassierung, die in einer halben Sekunde statt in vier Sekunden fertig ist, verändert, wie sich eine Anwendung anfühlt.
  • Ort. Ein kompaktes Modell läuft auf eigener Hardware. Damit wird aus «diese Daten dürfen nicht hinaus» kein Ausschlussgrund mehr, sondern eine Einstellung.
  • Verbrauch. Derselbe Effekt wie bei den Kosten, nur in Watt statt in Franken.
100echte Fälle je Aufgabe im Vergleich
1Nachmittag Aufwand
über die Hälfteder Anfragen wandern danach nach unten

Wie man es herausfindet, ohne zu raten

Nehmen Sie hundert echte Fälle einer Aufgabe, lassen Sie das grosse und das kleine Modell dieselbe Arbeit tun und vergleichen Sie die Ergebnisse gegen eine von Hand erstellte Musterlösung. Das kostet einen Nachmittag. In unseren Projekten wandert danach regelmässig mehr als die Hälfte der Anfragen nach unten, ohne dass jemand einen Unterschied bemerkt, ausser auf der Rechnung.

Die Kaskade als Standardlösung

Am besten bewährt hat sich bei uns ein zweistufiger Ablauf. Zuerst versucht das kleine Modell die Aufgabe und gibt an, wie sicher es sich ist. Liegt diese Angabe unter einer festgelegten Schwelle, geht derselbe Fall an das grosse Modell. In der Praxis erledigt die erste Stufe den Grossteil der Fälle, und die zweite bekommt genau die schwierigen, für die sie da ist. Das Ergebnis liegt näher am grossen Modell als an seinem Preis.

Fazit: Die Modellwahl ist kein Bekenntnis

Man muss sich nicht zwischen «wir nehmen das Beste» und «wir sparen» entscheiden. Man muss nur je Aufgabe messen, was genügt. Dass die kompakten Varianten des Schweizer Modells offen verfügbar sind, macht genau diese Messung für einmal ohne Vertragsverhandlung möglich.